Schweiz Sommer 2020

1. Tag

Gegen Mittag geht es los. Die vorgesehen Strecke ist nicht sehr lang. Trotzdem wird es einige Stunden dauern, da nur Haupt- und Nebenstrassen vorgesehen sind. Erstmal geht es Richtung Liestal mit kurzem Tankstopp in Muttenz. Liestal wird grand tourumfahren und schon sind wir auf dem Weg Richtung Hauenstein. Der Verkehr hält sich in Grenzen, sodass wir recht zügig vorwärts kommen. Auf der anderen Seite des Oberen Hauensteins geht es Richtung Solothurn, welches wir unbeachtet quasi links liegen lassen.Auf der Weiterfahrt Richtung Büren an der Aare und Lyss gibt es den ersten Halt. Die Wärme bedingt Flüssigkeitsnachschub. Erfrischt geht es dann weiter durchs Seeland, das Sensegebiet und schliesslich durch Freiburg ins Greyerzerland. Ein kurzer Halt im Schatten zwischendurch. Schliesslich landen wir in Greyerz/Gruyères, dem Ort, der der Gegend den Namen gibt. Und noch wichtiger dem feinen Käse. Wir besichtigen den Ort, inkl. Erfrischung und fahren dann weiter bis Bulle. Hier wird genächtigt nach einem schönen Tag mit schönem Wetter in schönen Landschaften.

2. Tag

Nach einem reichhaltigen Frühstück geht es ab in die Berge. Wir fahren Richtung Château d' Oex. In les Moulin machen wir Pause und biegen danach ab Richtung Col des Mosses. Das Wetter, die Landschaft und der bescheidene Verkehr machen das Ganze zu einem Genuss. Runter dann nach Aigle wird es wärmer und wärmer, sodass der Fahrer ziemlich ins Schwitzen kommt. Auf dem Weg ins Wallis machen wir in Saint-Maurice (zu Deutsch Sankt Moritz) Pause. Per Internet wird eine Unterkunft in Sion und Umgebung gesucht. Gefunden dann ein nettes Hotel in Veysonnaz, also hoch über dem Talboden. berner alpenIst schön ruhig hier und nicht so heiss wie unten. Und der Blick auf die Berge ist auch besser.

3. Tag

Von Veysonnaz geht es erst mal runter ins Haupttal nach Sion. Und von dort auf der anderen Seite wieder hoch. Teilweise mitten durch die Rebberge auf sehr schmalen Strässchen. Schliesslich landen wir auf der Bergstrasse, die uns zu unserem ersten Ziel führt, dem Sanetschpass. Je weiter wir kommen, desto schmaler wird die Strasse. Für einen Kaffee unterbrechen wir die Fahrt, bevor es noch schmaler wird. Teilweise noch Tunnels, in denen Kreuzen fast unmöglich wäre. Glücklicherweise geht es zuerst ohne Gegenverkehr und später hinter einem vorausfahrenden Van, der uns den Weg ebnet. Auf dem Pass eine Fotopause und danach auf der anderen Seite runter bis zum Stausee und dem Restaurant. SanetschWeiter runter geht es nur mit Luftseilbahn oder zu Fuss. Was wir geflissentlich sein lassen. Trink- und Rauchpause sowie Aussicht geniessen natürlich nicht. Dann ruft das zweite Tagesziel. Also wieder zurück über den Pass und runter Richtung Tal.  Auf etwa halber Höhe runter biegen wir rechts ab und peilen das Tal bzw. die Schlucht Derborence an. Was für eine herrliche Fahrt, was für eine herrliche Gegend. In der Schlucht auch wieder einige Tunnels. Und Restaurant am Ende der Strasse beim See Derborence. derborenceEinfach traumhaft. Aber wie Träume endet auch dieser Ausflug. Alles zurück, diesmal bis ins Haupttal. In einen der längeren Tunnels "singe" ich zum Spass laut "tü ta to, tü ta to". tunnelEin Pärchen, das unsinnigerweise im Tunnel angehalten hat, hat das ziemlich erschreckt im Glauben, das Postauto käme. Spass muss sein.


4. Tag

Wir verlassen Veysonnaz Richtung Südost so mehr oder weniger auf der Höhe bleibend bis wir auf die "route de barrage" gelangen. Auf dieser fahren wir in das Tal des Dix, einmal mehr, bis es nicht mehr weiter geht. Bis wir vor der 285 Meter hohen Staumauer Grand Dixance stehen. Höchst beeindruckend, schliesslich beinah so hoch wie der Eiffelturm. grand dixenceAuf dem Rückweg das Tal hinunter machen wir bei der ersten Gelegenheit Pause. Wie schon gestern bei schönstem Wetter. Dann aber doch noch ganz runter bis Sion und von dort gen Osten das Wallis hinauf. Nicht sonderlich erbauend, da sehr viel Gewerbe und Industrie. Nicht zu vergleichen mit den schönen Seitentälern. Erst ab Brig wird es wieder schön, also die Gegend. Das Wetter war es ja schon. Gemütlich, mit Zwischenhalt geht es bis ins hübsche  Oberwald, wo wir nächtigen.

5. Tag

Es beginnt mit einer kurzen ersten Etappe. Alles bergauf bis auf den Grimselpass. Hier Kaffeepause bevor wir das Wallis verlassen und ins Berner Oberland hinunter fahren. Kurz nach Innertkirchen stellen wir das Gespann ab und gehen einige Kilometer zu Fuss. Und zwar durch die Aareschlucht. aareschluchtaareschluchtEine Naturschönheit sondergleichen. Am westlichen Ende gönnen wir uns zur Abkühlung Getränke, bevor es durch die Schlucht zurück geht. Schliesslich wartet unser Gefährt dort. Auf dem Weg Richtung Tagesziel legen wir noch eine Pause in Iseltwald ein. Kaum haben wir unsere Getränke, beginnt auch schon die Sturmwarn-Lampe an der Schiffsanlege zu blinken. Und dann setzt auch bald Regen ein. Nur leicht und nur kurz. Also ab aufs Motorrad und weiter bevor es richtig los geht. Wir schaffen es bis nach Interlaken, dort werden wir aber ziemlich verschifft. Zum Glück erst kurz vor unserem Hotel, sodass sich der Schaden in Grenzen hält.

6. Tag

Gut gefrühstückt geht es Richtung Lauterbrunnen, dort hindurch und weiter bis zu den Trümmelbachfällen. Ein Lift bringt uns ein gutes Stück hinauf, den Rest müssen wir zu Fuss gehen. Die Fälle sind ein Naturspektakel sondergleichen. Die Schmelzwasser von Eiger, Mönch und Jungfrau schiessen durch eine enge Schlucht mit unglaublichem Getöse. Ein Fall löst den anderen ab. Überall sogenannte Gletschermühlen, die die Wasser in Jahrmillionen geformt haben. Wirklich beeindruckend und absolut empfehlenswert. truemmelbach Danach gönnen wir uns eine Pause im nahegelegenen Restaurant bzw. dessen Garten, bevor wir noch ein wenig weiter das Lauterbrunnental hinauf fahren, bis ein Fahrverbotsschild dem ein Ende setzt. lauterbrunnentalBleibt nichts ausser zurück Richtung Interlaken. Bei Wilderswil aber noch links abgebogen und rauf nach Saxeten. Eine herrliche Fahrt auf allerdings teilweise sehr enger Strasse. Das Postauto "zwingt" uns sogar, uns einige Meter rückwärts rollen zu lassen, damit ein Kreuzen möglich ist. In Saxeten ist es dann zu warm für Kaffee, sodass Kaltgetränke fällig werden. Die Landschaft und Ruhe hier oben sind  einfach nur herrlich. Als wir die Rückfahrt angehen, fallen erste Tropfen. Die ganze Fahrt ins Tal fällt dann ganz leichter Regen, der uns nicht weiter beeindruckt. Erst kurz vor Wilderswil ändert das. Wir werden, wie gestern schon, kurz vor dem Ziel gewitterhaft verregnet. Im Hotel also kurz trocken gelegt und dann noch ein kleiner Abstecher zur gegenüber liegenden Brauerei. Da gibt es ein Braustübli. . .

7. Tag

Wir verlassen Interlaken in Richtung Gunten und Thun. Der Sonntagsverkehr hält sich in Grenzen, sodass wir gut voran kommen. Hin und wieder von einspuriger Verkehrsführung ausgebremst. Von Thun aus dann Richtung Schallenberg. Hier erfreulich wenig Verkehr. Lässt unsere gemütliche Fahrt durch die herrliche Gegend zum Genuss werden. Auf dem Schallenberg folgt eine Pause. Einiges an Motorrädern vor Ort und immer wieder dran vorbei. Kurzer, leichter Regen kündet vom näher kommenden Luzern, als wir weiter fahren. Zum Glück bald vorbei, sodass wir nach einer weiteren Pause schliesslich trocken in Kriens ankommen. Hier müssen wir warten, bis die Rezeption um 4 Uhr öffnet. Dann geht es fix mit umkleiden und ab auf den Bus nach Luzern. Schliesslich ist dies das heutige Ziel. Wir gönnen uns nur einen kleinen Vorgeschmack auf die Stadtbesichtigung, die für morgen vorgesehen ist, und landen bald auf der Terrasse eines Restaurants. Kaum dort beginnt es zu regnen, dann noch mehr und schliesslich prasselt der Regen so sehr auf die Markise, dass man kaum sein eigenes Wort verstehen kann. Bis wir mit Essen fertig sind, ist es auch der Regen. Ein kurzer Spaziergang dem See entlang für die Verdauung. Auf dem Rückweg wollen wir uns noch im Garten eines nobleren Hotels einen Absacker gönnen. Kaum haben wir unsere überteuerten Getränke, geht es wieder los mit Regen. Wir sind definitiv in Luzern angekommen.

8. Tag

Nach einem bescheidenen Frühstück geben wir uns als ganz gewöhnliche Touristen und fahren mit Schirm bewaffnet per Bus ins Zentrum des Geschehens. Wir sind dort zwar nicht die einzigen, aber eher zwei der wenigen. Von der üblichen Menge an Touristen fehlt sicher deutlich mehr als die Hälfte. Uns zum Vorteil, jenen im Tourismusgeschäft eher nicht. Z.B. sind viele Souvenirgeschäfte geschlossen. Schön ist es natürlich trotzdem und heute hält sich der Regen meist zurück. Ganz ohne geht es aber nicht. Hier noch einige Impressionen:luzern
luzern
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9. Tag

Wir verlassen Luzern Richtung Küssnacht bei sonnigem Wetter. Nur der Pilatus hält sich noch etwas bedeckt. Gemütlich fahren wir in Hauptrichtung Nordost, was uns unter anderem über den Seedamm bei Rapperswil führt. Je weiter wir kommen, desto mehr Mühe habe ich, in die ersten beiden Gänge herunter zu schalten. In hügeligem bis bergigem Gelände nicht wirklich gut. Etwas manuelles Lockern des Schaltgestänges hilft, aber ein Unwohl sein bleibt. Insbesondere auf dem Weg hinauf ins Toggenburg. Dort wird erst das Zimmer bezogen und anschliessend weiter gefahren bis zur Talstation der Chäserrugg-Bahn. Wir lösen Billette "Hin und Zurück"! Das Wetter ist noch immer prächtig, der Gipfel aber in einem Wechselbad der Gefühle, was die Aussicht anbelangt. Gen Norden wunderbare Sicht, gen Süden nur Löcher in den Nebelschwaden. WalenseeAlle Löcher zusammen genommen haben wir während unseres Aufenthalts dort oben wahrscheinlich alles gesehen, was zu sehen gibt. Hätten wir von allen Löchern Bilder gemacht, hätten wir nun ein Puzzle. Ein Besuch des Restaurants darf natürlich nicht fehlen, schon gar nicht wenn Herzog & de Meuron es entworfen haben.chaeserrugg restaurantDie Rückfahrt bietet uns noch etwas zusätzliche Natur in Form von Gämsen, Steinböcken und sogar einem Adler.

10. Tag

Auf der gestrigen Rückfahrt ins Hotel wurde eine Moto-Guzzi-Werkstatt gesichtet. Die wird heute Morgen als erstes angefahren. Der freundlich Chef ölt alle Gelenke des Schaltgestänges und schon flutschen die Gänge bestens. Der Starkregen in Luzern scheint die Gelenke zu sehr "gewaschen" zu haben. Nun aber geht es sorgenfrei erst etwas Tal abwärts und dann hinauf auf die Schwägalp. schwaegalpZum Kaffee. Dann durchs Appenzell in gemütlicher Fahrt bis St. Gallen. Durch die kurze Fahrt sind wir natürlich früh dort und haben schön Zeit uns die altehrwürdige Stadt  anzusehen. Gar nicht schlecht.sankt gallen stiftskirche
stiftsbibliothek

11. Tag

Eine noch kürzere Etappe heute. Erst Richtung Bodensee, am Bodenseediesem entlang (mit Kaffeehalt natürlich) und schwups sind wir in Stein am Rhein. Nettes Hotel, von einem recht jungen Paar geführt, knapp ausserhalb der Altstadt. Das  Gespann darf ich im Eingangsbereich abstellen. Bei einer Guzzi kann ein Italiener halt kaum nein sagen . . .
Den Rest des Tages begehen wir mit Stadtbesichtigung, Kaffee- oder anderem Trinken und schliesslich einem feinen Abendessen in einem Restaurant etwas abseits der hauptsächlichen Touristenströme. War sehr gut, insbesondere die Rieslingsuppe.

12. Tag

Heute ist Überführungstag. Will heissen unser Tagesziel ist nur ein Zwischenziel auf dem Weg zum nächsten Wunschziel. Unterwegs aber noch ein gewünschter Kaffeehalt am Rheinfall. rheinfallDer hat gut Wasser nach all dem Regen. Dafür wenige Besucher. Beides kommt uns gelegen. Dann aber weiter Richtung Innerschweiz, Emmental und schliesslich Seeland. Hier wird in Schüpfen genächtigt.

13. Tag

Heute wird quasi die gestrige Fahrt fortgesetzt. Ein kurzes Stück unserer Fahrt verläuft sogar auf derselben Strecke wie am ersten Tag. In Murten legen wir einen längeren Halt ein, um uns die mittelalterliche Altstadt anzusehen. MurtenWir sind nicht die einzigen. Keine Spur von Corona oder so. Die Parkplätze sind rar, die Kaffees sind zumindest draussen voll. Sieht aus wie immer hier. Aber das Städtchen ist es allemal Wert. murtenDoch irgendwann müssen wir weiter. Wir haben noch eine weite Strecke vor. Weit allerdings nur im Verhältnis zu den bisher gefahrenen Tagesstrecken. Also ab auf die Hauptstrassen Richtung Süden. Das geht gut bis kurz vor Lausanne. Hier wird der Verkehr stockend und dies hält weit über Lausanne hinaus an. Dann kommt noch eine schlecht markierte Umleitung dazu, die uns schliesslich dazu bewegt, den Rest der Strecke auf der ungeliebten Autobahn zurück zu legen. In Genf dann wieder Stau und "Stop and Go". Schliesslich erreichen wir unser Hotel und finden sofort einen Parkplatz. Einen für Motorräder! Davon gibt es in Genf recht viele; die für Autos kosten immer, die für Motorräder nicht. Ein Bummel durch die Altstadt inkl. Abendessen und anschliessendem Spaziergang dem See entlang runden den Tag ab.
genf

14. Tag

Keine Fahrt heute. Der Tag ist der näheren Erkundung Genfs vorbehalten. Auf lange gehegten  Wunsch der BaBe (Beste aller Beifahrerinnen). Am Vormittag wirkt die Stadt wie ausgestorben. Typisch Sonntag. Die Altstadt wird noch etwas genauer unter die Lupe genommen, Genf
genfgenfdie Seepromenade darf aber auch nicht fehlen.genf

15. Tag

Um dem unsäglichen Verkehr dem See entlang auszuweichen, wählen wir entgegen unseren Vorlieben die  Autobahn, um von Genf weg zu kommen. Nach Lausanne dann die erste Ausfahrt und es geht wieder in der gewohnten Gangart. In Echallens machen wir Kaffeepause und fahren dann Richtung Moudon durch das wunderschöne Tal der Mérine. Nach Moudon dann auf eher geraden Hauptstrassen ziemlich zügig nach Freiburg bzw. Fribourg. Leider ist das Hotel nicht legal per Motorrad zu erreichen, was das Navi nicht weiss. Glücklicherweise hat es aber in der Nähe (und auch sonst in dieser Stadt) viele Motorradparkplätze. Die kosten nix, die für Autos schon. Mit dem Hotel in der Altstadt kann der Stadtbummel natürlich kurz nach Ankunft beginnen. Hat aber seine Tücken, da es  hier entweder rauf oder runter geht. Und dies teilweise auch ziemlich steil. Aber schön ist es allemal.Freiburg CH

16. Tag

Wir verlassen Freiburg Richtung Jura. Zwischen Neuenburger- und Bielersee hindurch in flotter Fahrt. An Neuenburg vorbei bzw. unten durch und dann hinauf in die Berge. Schmale Strassen und noch schmalere Wege bringen uns schliesslich zum Ziel, dem Creux du Van.creuxduvan.
creux du van Immer wieder schön hier. Im Restaurant gönnen wir uns eine Fleisch-/Käseplatte, da wir ausser Kaffee kein Frühstück hatten. Danach geht's über verschiede Jurahöhen immer weiter Richtung Norden, bis wir schliesslich Basel erreichen, wo sich der Kreis schliesst.